Drei Fragen an … Autorin Katja Ammon

 

 

Frau Ammon. Ihr Buch „Herz aus Gold und Asche“ ist im Juli bei Thienemann-Esslinger erschienen. Wie lief die Zusammenarbeit mit Ihrer Lektorin im Verlag ab?

Wir haben hauptsächlich über E-Mail kommuniziert. Die Kernpunkte der Geschichte haben wir per Telefon geklärt.

Als erstes hat mir die Lektorin einen groben Eindruck zum gesamten Manuskript gegeben. Sie ist darauf eingegangen, welche Aspekte der Geschichte sie mehr hervorheben würde oder welche Umstände ihr nicht klar geworden sind. Anhand dieser Eindrücke habe ich das Manuskript überarbeitet und nochmals einiges herausgekürzt. Danach ist sie detailliert Seite für Seite durchgegangen und hat mir Kommentare an den Rand geschrieben. Es ging dabei vor allem darum, den Aufbau der Geschichte klarer zu gestalten, einige unnötige Umwege auszulassen und den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Bei der Überarbeitung habe ich die jeweiligen Kommentare stehen lassen, damit sie nachvollziehen konnte, wie ich ihre Anmerkungen umgesetzt habe. Bei dieser zweiten Überarbeitung habe ich wieder einiges gestrichen, aber auch einiges neu geschrieben. In der finalen Korrekturrunde, haben wir noch Kleinigkeiten bereinigt und Längen gegen das Ende hin gekürzt, bevor es in den Satz ging. Auch die Fahne (also das gesetzte Manuskript) durfte ich noch einige Male durchgelesen, um letzte Korrekturen anzubringen.

Wir haben auch viel über das Cover diskutiert, das von einer Graphikagentur in enger Zusammenarbeit mit der Lektorin entstanden ist. Ich habe allerdings nicht viel beigesteuert, da es schon im Ursprung einfach toll war. Aber sie hat mich über jeden Schritt immer auf dem Laufenden gehalten, was wirklich toll war.

 

Haben Sie für die Verlagssuche ein Exposé geschrieben und wenn ja, worauf haben Sie dabei geachtet?

Ja, ich habe ein Exposé geschrieben, und es war das Schwierigste überhaupt. Es gibt einige Regeln, wie ein Exposé auszusehen hat und daran habe ich mich strikt gehalten. Es soll im Präsens gehalten sein, maximal 3 Normseiten einnehmen (je nach Agentur oder Verlag sogar weniger), es muss sich spannend lesen und die wichtigsten Eckpunkte der Geschichte logisch miteinander verknüpfen. Wenn es mehrere Handlungsstränge gibt, sollte man sich wenn möglich auf den der Hauptfigur beschränken. Auf jeden Fall muss ein Exposé auch das Ende beinhalten.

Zusätzlich habe ich ein Deckblatt mit Autor, Arbeitstitel, Genre, Umfang und einem Kurztext angefügt. Dies sollte schnell einen groben Überblick geben.

 

Hätten Sie drei Tipps für Autoren auf Verlagssuche? 

  • Das aller Wichtigste ist es, sich über den Verlag/die Agentur zu informieren und zu schauen, ob die Geschichte zum Portfolio passt.
  • Sich peinlich genau an die Formvorgaben halten, wie der Verlag/die Agentur die Einsendung der Bewerbung wünscht und alles mit einer freundlichen aber kurzen Mail/Brief (wenn möglich mit persönlicher Anrede) abrunden.
  • Wenn eine Absage eine Begründung enthält, diese ernst, aber nicht persönlich nehmen, und überprüfen, ob eine Überarbeitung des Manuskripts, oder der eingesandten Bewerbung ratsam ist.
  • Und zu guter Letzt, eine Absage zu bekommen ist die Norm. Also sollte man darauf vorbereitet sein, viele davon zu bekommen.

 

Katja Ammon wurde 1977 in Basel geboren, wo sie heute mit ihrer Familie wohnt. Die promovierte Physikerin veröffentlicht seit 2006 wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften. Schon als Kind hat sie Geschichten lieber erfunden, als sie nur zu lesen. Heute ist das Kreative Schreiben ihre große Leidenschaft. Im Juli 2016 ist ihr Debütroman „Herz aus Gold und Asche“ beim Thienemann-Esslinger Verlag erschienen.

 

www.deintextdeinbuch.de

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