Drei Fragen an … Lektorin, Comedienne und Schreibcoach Isabella Kortz

 

Frau Kortz, wie finde ich als Autor ein Thema, das mich inspiriert, das es mir leicht macht, darüber zu schreiben?

 Da ich spezialisiert bin auf Autoren, die erzählende Sachbücher schreiben und auf Biografien, liegt die Antwort auf der Hand: Meiner Erfahrung nach fällt es Autoren besonders dann leicht, inspiriert dranzubleiben, wenn das Thema ihres Buches etwas mit ihnen selbst zu tun hat. Eine meiner erfolgreichsten Autorinnen, eigentlich Ökotrophologin, hat nach vielen gut verkauften Büchern im Segment Ernährung und Gesundheit einen Bestseller gelandet mit einem ganz persönlichen und innovativen Thema. Das war Susanne Wendel mit dem Buch „Gesundgevögelt“, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen teilt, wie gelebte (statt unterdrückte) Sexualität Körper und Seele heilen kann. Ich denke, dass vor allem die Synergie zwischen Leidenschaft (privat wie beruflich), eigenem Business und Buchschreiben für Autoren motivierend ist. Es lohnt sich die Frage: Worüber kann ich viel erzählen, ohne mich selbst zu langweilen. Ich bin überzeugt, es ist am leichtesten, darüber zu schreiben, womit man sich ohnehin aus Passion die ganze Zeit beschäftigt! Nichts ist motivierender, als der eigenen Neugierde zu folgen – das gilt auch beim Schreiben.

 

Und wie schreibt man lustige Szenen?

Das ist keine so leicht zu beantwortende Frage. Denn es gibt einen Unterschied zwischen Texten, die sich lustig lesen und Texten für die Bühne, die dann von Schauspielern gespielt werden. Auf der Bühne wirken ganz andere Dinge komisch als im Manuskript. Vieles, was mein Partner und Gagschreiber Peter Frankemölle an Bühnentexten für mich und meine Comedy-Show schreibt, liest sich zunächst gar nicht so urkomisch, wirkt dann aber live austheatert sehr lustig. Und im Endeffekt ist es so, dass die witzigsten Szenen tatsächlich immer noch das Leben selbst schreibt. Das Sprichwort stimmt.

 

Hätten Sie drei Tipps, was man als Autor machen kann, um den Spaß am Schreiben nicht zu verlieren?

Erstens – an inspirierenden Orten schreiben. Im Lieblingscafé, in der Lobby eines Luxushotels, im Bett, am Meer, auf Reisen, etwa im Zug oder Flugzeug … Hauptsache, nichts erzwingen. Kreativität ist nicht unbedingt logisch, und kann sich oft erst entfalten, wenn wir uns entspannen. Die Frage ist: Wann sind wir entspannt? Das ist total individuell. Zweitens das Wie anpassen. Es muss nicht immer am Laptop und am Schreibtisch sein! Warum nicht auf dem Fahrrad, beim Joggen oder in der Badewanne Tonaufnahmen machen und das Buch aufsprechen? Oder mit dem guten alten Bleistift ins Notizbuch schreiben? Auch hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Im Elfenbeinturm 2.0 ist alles erlaubt, was inspiriert!! Drittens: Sich selbst nicht zu ernst nehmen und viel lachen, also bitteschön nicht verbeißen und an Tagen, an denen es einfach nicht läuft, lockerlassen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Und übermorgen. Und überübermorgen …

 

  

Isabella Kortz, 35, versteht sich selbst als berufliches Chamäleon mit einer gehörigen Prise Humor. Denn sie bewegt nicht nur leidenschaftlich gerne Buchstaben auf dem Papier, sondern auch Menschen. Sie liebt Geschichten und die Bühne. Ihre beiden Passionen für Bücher und Schauspiel verbindet sie, indem sie Bücher mit Comedians schreibt und selbst mit eigener Show auf diversen Bühnen steht. Wer mehr erfahren oder sehen will: www.injedemsteckteinbuch.de und www.bella-k.de

Am 9. April 2016 ab 19:15 Uhr findet die Premiere ihres ersten großen Solo-Programms „Ich bin Viele“ in der Wailea Music Academy in Köln statt. Dort geht es um die Irrungen und Wirrungen des Verlagswesens. Weitere Infos  finden Sie hier.

 

www.deintextdeinbuch.de

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