Drei Fragen an … Autorin Anne Weiss

Anne, wie hast du einen Verlag für dein erstes Buch, GENERATION DOOF, gefunden? 

Da mein Co-Autor und ich damals als Lektoren im Verlag arbeiteten, haben wir die Idee erst mal den Kollegen vorgestellt – auf dem kurzen Dienstweg. Aus unserer Sicht war dieses Buch längst überfällig – schließlich war die Generation Doof ja überall sehr präsent. Die Programmleiterin fand das auch und fragte, ob wir es dann nicht gleich selbst schreiben wollten. Wollten wir.

Dieses Glück hat natürlich nicht jeder junge Autor. Wer die Branche nicht kennt, nicht über Kontakte verfügt und noch kein anderes Exposé zu sehen bekommen hat, der hat es erfahrungsgemäß schwerer, einen Verlag zu finden. Wichtig sind für neue Autoren daher neben einer guten Buchidee und einem entsprechend aussagekräftigen Exposé mit Leseprobe auch die Fragen: Wie begeistere ich Lektoren mit meiner Buchidee? Soll ich meine Unterlagen unverlangt an einen oder mehrere Verlage schicken? Eine Agentur suchen? Und welche Verlage, welche Agenturen schreibe ich an?

 

Du hast deine Bücher zusammen mit einem guten Freund und Kollegen geschrieben. Wie ist das so, zu zweit ein Buch zu schreiben?

Unser Chef hat uns 2006 in ein gemeinsames Büro gesetzt – der Beginn unserer Freundschaft und Zusammenarbeit. Die Arbeit mit Stefan Bonner ist für mich oft sehr lustig, bereichernd und vor allem ungemein praktisch – wir ergänzen uns sehr gut. Meist gibt es ein gemeinsames Brainstorming fürs Konzept. Zum Schreiben teilen wir die Kapitel auf und jeder arbeitet für sich allein; danach tauschen wir die Texte aus. Wenn einer von uns mit einem Abschnitt nicht vorankommt, dann sind wir als Duo ganz klar im Vorteil: Wir sprechen darüber und entwickeln den Text gemeinsam weiter – so gab es bisher keine Schreibsackgasse. Diese Form der Zusammenarbeit hat sich im Hinblick auf die Qualität eines Manuskripts als optimal erwiesen: Immerhin schauen gleich vier Augen auf den Text, bevor wir ihn an den Verlag schicken. Und neben dem Autoren- haben wir auch den Lektorenblick.

 

Welche Bedeutung hatte für euch die Zusammenarbeit mit einem Lektor oder einer Lektorin?

Dabei muss man zwischen Lektor/in und Textredakteur/in unterscheiden – Begriffe, die oft synonym verwendet werden. Da ist zum einen der/die Verlagslektor/in – also die Person, die das Projekt im Verlag betreut und das Projektmanagement übernimmt. Die Textredaktion erledigen in großen Publikumsverlagen heutzutage oft externe Mitarbeiter. Eine sehr wichtige Arbeit, denn hier schaut jemand mit frischem Blick noch einmal auf den fertigen Text und achtet auf Stil, Grammatik und eventuelle logische Brüche. Der Verlagslektor hat für die Textredaktion heutzutage nur noch selten Zeit: Da wir den Beruf selbst lange Jahre ausgeübt haben, wissen wir, wie viel und was eine Lektorin bzw. ein Lektor im Verlag alles leistet: unter anderem Akquise, Entwicklung von Projekten, interne Vermarktung und Koordination – Prozesse, die für Autoren meist nicht sichtbar im Hintergrund ablaufen. Es ist sehr komfortabel, sich als Autor nicht darum zu kümmern und ganz auf den Text konzentrieren zu können, während jemand anderer die Fäden in der Hand hält. Und, nicht zu vergessen: Mit seinem Lektor über das Projekt zu sprechen, ist von unschätzbarem Wert. Vor allem, wenn es so kompetente Personen sind wie die Lektoren, von denen wir bisher als Autoren betreut wurden.

 

Anne Weiss arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem großen deutschen Verlag und hat ganz nebenbei mehrere Bestseller geschrieben. Mehr über Anne und ihre Bücher erfahrt ihr auf bonnerweiss.de und attraktive-texte.de.

 

www.deintextdeinbuch.de

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